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Freitag, 17. Juli 2009

Hochtour Ötztal

Die ersten Wochen des Sommers waren ja nicht gerade geprägt von Wärme und Sonnenschein! Allerdings wurde es (fast) pünktlich zum Start unserer Tour in den Ötztaler Alpen dann doch endlich mal besser.

Tag 1
Beim Aufstieg vom Gepatschstausee zur Rauhekopfhütte hatten wir anfangs noch Regen. Aber der hat dann schließlich bis zum Erreichen des Gepatschferners auch wieder aufgehört. Der untere Teil des Gletschers ist vollständig aper, so daß ohne Seil gegangen werden kann. Lediglich die Wegfindung kann etwas schwierig werden, da man direkt durch ein relativ spaltenreichen Abschnitt gehen muß.


Nach ca. 3 Stunden standen wir vor der Hütte, die man erst auf den letzten Schritten sieht.

Die Hütte ist ziemlich klein und entsprechend gemütlich - im Gegensatz zu anderen Alpenhotels, zu denen viele Hütten geworden sind.

Tag 2
Der nächste Tag brachte dann besseres Wetter. Noch etwas bewölkt am Anfang, aber dann heiter ab Mittag. Von der Hütte geht man noch ca. 20 Minuten bis man das Seil anlegt und den Gletscher betritt. Ab da gehts dann erstmal ziemlich lange ziemlich eben voran.

Der weitere Anstieg zum Gipfel fällt nicht weiter schwer und irgendwann standen wir dann am Gipfelkreuz der Weißseespitze (3518m).


Aussicht von der Weißseespitze:


Abgestiegen sind wir dann zur Weißkugelhütte, die auf italienischer Seite liegt.
Zunächst wieder über den Gletscher in gemäßigtem Gefälle bis zu einem markierten Punkt an der rechten Flanke des Gletschers an dem die sich entlang ziehende Wand ziemlich steil abfällt.

Dort steigt man dann in einer zum Teil seilversicherten Rinne hinab, bis man schließlich auf den Weg Richtung Hütte gelangt. Diesem folgend steht man dann bald vor dem Kiosk der Hütte, wo wir zunächst mit einem Schnaps begrüßt wurden. Das war schon mal sehr gut. Und noch besser war das Abendessen. Volles Menü vom Feinsten nach italienischer Art!

Aussicht von der Weißkugelhütte:



Tag 3
Für den folgenden Tag hatten wir uns eine ziemlich lange Etappe vorgenommen. Aufstieg und zur Weißkugel und Abstieg bis zur Bellavista-Hütte. Veranschlagt hatte wir 10 Stunden (und haben erst nachher gemerkt, daß wir einen Teil des Weges unterschlagen hatten...). Von der Hütte geht es erst ein Stück bergab auf eine Mittelmoräne des Langtauferer Ferners. Und diesem dann in langen, aber meist flachen Anstieg bis zum Weißkugeljoch (3362m). Von diesem aus gibt es verschiedene Wege auf den Gipfel. Als Aufstieg wollten wir uns am Nordostgrat versuchen. Dieser fängt mit leichter Blockkletterei an. Dann sind 2 II-er Stellen zu überwinden und dann kann man im 40° steilen Eishang direkt zum Nordgrat aufsteigen und von diesem auf den Gipfel übergehen. Bei bestem Wetter und Aussicht war das wirklich ein toller Weg, zumal in diesem Teil auch keine Spuren mehr vorhanden waren - im Gegensatz zur Autobahn auf dem Gletscher bis zum Joch.
Nach 6h standen wir dann allein auf dem Gipfel der Weißkugel (3739m)
.
Für den Abstieg haben wir den Normalweg gewählt, der in einem Bogen auf der Südseite zum Hintereisjoch führt.

Von dort aus gehts hinab über den Hintereisferner bis zum Übergang am Punkt 3170 den Weg zur Bellavistahütte. Leider haben wir den Weg nicht auf Anhieb gefunden, sondern ihn bereits schon früher vermutet, so daß wir ca. 100Hm zusätzlich abgestiegen sind und dann einsehen mußten, daß es dort nicht weiterging. Nachdem wir diese dann endlich doch wieder aufgestiegen waren, war die Wegfindung plötzlich nicht mehr schwer... Wahrscheinlich waren wir in Gedanken schon an der Hütte! Bevor man diese dann schließlich erreicht muß man jedoch auch nochmal ca. 120Hm in Angriff nehmen. Die mußten nach dem Tag dann auch wirklich hart erkämpft werden.

Als Belohnung gabs dann sogar Duschen (kostenlos!) und wieder mal gutes Essen. Und: diesmal hatten wir ein 2er-Zimmer. Allerdings hätten wir nach fast 12h auf den Beinen auch sonst wo gut geschlafen...

Tag 4
Bereits 2 Tage zuvor hatte man uns gesagt, daß uns schlechtes Wetter erwarten würde. Also war nur ein Übergang zu einer anderen Hütte geplant. Die ersten 3h hat es dann auch geregnet. Dann ist es aber halbwegs aufgerissen und wir konnten die Vernagt-Hütte sogar noch fast im Sonnenschein erreichen.


Tag 5
An diesem Tag hatten wir nochmal eine längere Strecke vor uns. Wir wollten über den Fluchtkogel (3500m) zunächst zur Brandenburger Hütte und dann wieder zur Rauhekopfhütte vom ersten Tag und dann aber gleich absteigen. Den gesamten Weg zum Fluchtkogel konnte man bereits kurze Zeit nach Verlassen der Hütte einsehen.
Anfangs noch in Nebel eingehüllt, bald im Sonnenaufgang und dann unter strahlend blauem Himmel. Der Aufstieg fiel leicht und nach gut 3h waren wir die ersten am Gipfel.


Von dort konnte man den ganzen weiten Weg zur Branderburger Hütte und weiter sehen. Kilometerlang ging es über ebenen zum teil sumpfigen Gletscher in Richtung Brandenburger Hütte, an dieser vorbei, um spaltenreiche Zonen herum und wieder Richtung Rauhekopfhütte.


Der interessanteste Weg war es nicht, aber wir waren dann doch schneller als gedacht wieder an der Hütte und am unteren, aperen Teil des Gepatschferners. Von dort war es noch ca. 2h bis zum Parkplatz.